Archiv für Mai 2017

Schwarzer Tresen 26.07.2017

Klimabewegung im deutschsprachigen Raum. Wo sie herkommt und wo sie hin will?

Schon seit Beginn der Zivilisation stehen Mensch und Natur im Konflikt. Mit dem Wandel unseres Klimas hat dieser heute globale Dimensionen erreicht, deren Außmaße noch längst nicht absehbar sind.

Zu jeder Zeit gab es Menschen, die lokal und regional gegen den Abbau von Kohle und ihre Folgen gekämpft haben. Der monopolistische oder kolonialistische Hunger nach Brennstoffen kapitalistischen Wachstumsstrebens führt unweigerlich zu ökologischen Katastrophen und sozialer Ungleichheit. Vertreibung, Ausbeutung von Arbeiter*innen und Verfolgung von Kritiker*innen und Aktivistis sind Ausdruck dieser reprssiven Machtstrukturen.
Mit Auswirkungen auf das Leben aller zeigt sich am Klimawandel heute die Verwobenheit unserer Kämpfe gegen Herrschaft und die Notwendigkeit zu handeln. Die wachsende Klimabewegung im deutschsprachigem Raum ist nur ein Beispiel für den Widerstand. Unsere Solidarität im gemeinsamen Kampf für Freiheit und Gleichheit kennt keine Grenzen. Die Aktionen vor unserer Haustür stehen auch und vor allem im Zeichen der Klimagerechtigkeit, denn die unmittelbaren Konsequenzen des Klimawandels treffen nicht die Verursacher in den sogenannten Industieländern, sondern vor allem die Menschen im politischen Süden.

Der Raubbau für fossile Brennstoffen ist nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr zu rechtfertigen! Der Mythos vom “Klimaschutzland” Deutschland gehört ins Land der Märchen.
In Zeiten wachsender Proteste wollen wir die Ursprünge der hiesigen Klimabewegung ergründen und Hintergründe vorstellen. Über aktuelle Aktionsformen sollen Perspektiven und Möglichkeiten der libertären Bewegung diskutiert werden.

Der Vortrag wird von ausgeCO2hlt gehalten, die sich als klimapolitische Gruppe in der Region für den sofortigen Braunkohleausstieg einsetzt.

Theke 19:00 Uhr und Vortragsbeginn 19:30 Uhr im AZ Mülheim

Schwarzer Tresen 25.05.2017

Zeitzeuginnengespräch: Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Kurz nach der Machtübergabe an Hitler am 30. Januar 1933 begann die
massenhafteVerhaftung von Hitlergegner*Innen.
Durch die Gestapo verhaftet wurden viele Gewerkschafter*innen,
Kommunisten*Innen, Sozialdemokraten*Innen, Christen*Innen und
Anarchist*Innen. Sie hatten vor Hitler gewarnt, versucht, das
faschistische Regime zu verhindern, unter ihnen zahlreiche Männer* und
Frauen* aus Arbeiter*Innenfamilien.
19 Jahren alt war Willi Rattai, als er im Sommer 1933 in Essen verhaftet
wurde. Die Gestapo warf ihm vor, illegales Material gegen Hitler und die
Nazis verbreitet zu haben. Er wurde gefoltert und wegen „Vorbereitung
zum Hochverrat“ zu über zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Unmittelbar nach seiner Entlassung wurde er ins Konzentrationslager
verschleppt. Mehrere KZs hat Willi Rattai durchlaufen müssen.
Auch Peter Gingold hatte sich schon vor 1933 gegen die aufkommende
faschistische Gefahr engagiert. 17 Jahre alt war Peter, als er im Sommer
1933 mit seiner jüdischen Familie nach Frankreich emigrierte. Mit der
Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht holte ihn der
faschistische Terror wieder ein. Peter Gingold und seine Frau Ettie
schlossen sich dem französischen Widerstand, der Résistance, an. Peter
Gingold fiel durch Verrat in die Hände der Gestapo.
Margret Rest wird über Widerstand und Verfolgung ihres Vaters Willi
Rattai erzählen und Alice Czyborra über ihre Eltern Ettie und Peter
Gingold. Margret und Alice werden auch über sich selbst sprechen, wie
sie nach 1945 als Kinder und Jugendliche, als Töchter von
Kommunist*Innnen und „Vaterlandsverrätern“ die Zeit des Kalten Krieges
erlebt haben”. In beeindruckender Weise rufen sie auch nach so vielen
Jahren des Widerstands gegen den Faschismus die jungen Menschen auf sich
zu positionieren.

Wie immer ist Theke um 19:00 Uhr und der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr!