Workshoptag

In den letzten Jahren haben sich politische Proteste auf allen Kontinenten gehäuft. Die Zeiten werden unruhiger. Dementsprechend werden auch die Repressionen immer stärker.
Menschen, welche sich vor 20 Jahren an Protesten beteiligt haben sind teilweise nicht mehr Teil politischer Kämpfe, oder sind einfach nicht mehr Teil einer aktiven Demonstrationskultur, da sie sich anderen politischen Tätigkeiten zugewendet haben.
Praxis und Wissen muss daher immer wieder aufgefrischt und weitergegeben werden, um Menschen zu befähigen selbstsicher und reflektiert an Protesten teilzunehmen damit diese sie aktiv mitzugestalten können.
Da jetzt bald sowohl, der AFD Parteitag in Köln, die Maiproteste, als auch G20 vor der Tür stehen haben wir beschlossen, am 08.04.2017 einen Workshoptag für alle Antifaschist*Innen und Demobeginner*innen im AZ Mülheim (Auerstr, 51 45468 Mülheim a.d. Ruhr) anzubieten. Der Tag beginnt um 12 Uhr und endet um 19:35 Uhr.
Selbstverständlich sind wir auch wieder mit unserem Infostand vor Ort und werden euch kräftig mit praktischen Tipps unterstützen. Hier ein detaillierter Tagesablauf:

12:00 Uhr: Gemeinsamer Tageseinstieg mit „Ohne Mampf kein Kampf“

12:35-14:35 Uhr: Was tun wenn’s brennt – Antirepressionsinfovortrag G20 Edition (Rote Hilfe Bochum/Dortmund)

Die Ankündigung Merkels, den G20-Gipfel in Hamburg stattfinden zulassen, hat bei so einigen Irritationen ausgelöst. Ein Sicherheitskonzept für eine Veranstaltung der ‘20 wichtigsten Industrie-und Schwellenländer’ mitten in einer Großstadt ist unter Sicherheitskräften nicht gerade beliebt. Eine Stadt bietet sehr viel Gefahrenpotenzial für die Herrschenden – und damit viele Aktionsmöglichkeiten für die radikale Linke. Aber der Veranstaltungsort bietet den Herrschenden ebenfalls viel Gelegenheit, eine ganze Palette an bestehenden Repressionsoptionen zu nutzen und wiederum neue auszuprobieren.

Aus den Erfahrungen der letzten Jahre können und wollen wir jedoch auch hier lernen. Was nimmt man mit zu, was lässt man besser zu Hause, wie können wir die Solidarität in einer solchen Ausnahmesituation aufrecht erhalten? Wir wollen Euch mit diesem Antirepressionsvortrag auf die rechtliche Situation vorbereiten, sowie Verhaltenstipps bei Festnahmen, Verhören und anderen Repressionsmaßnahmen bieten.“

12:35-14:35 Uhr: Erste Hilfe auf Demonstrationen (Demosanis Dortmund)

Auf Demonstrationen und politischen Aktionen geht nicht immer alles rund. Staat und politische Gegner*innen gehen potentiell gewalttätig gegen linke Bewegungen vor. Aber auch ganz banale Dinge wie schlechtes
Schuhwerk oder ein Tag in der prallen Sonne können Ursachen für nicht zu unterschätzende Verletzungen sein.
Grundlegende Kenntnisse in der 1. Hilfe sollen nach Verletzungen Schlimmeres verhindern. In unserem Vortrag gehen wir auf gängige Verletzungen und den jeweiligen Umgang mit ihnen ein. Wir geben Empfehlungen für Verbandsmaterial in eurem Demorucksack und erklären euch den Unterschied zwischen Demosanitäter*innen und dem Rettungsdienst.

15:05-19:05 Uhr: Actiontraining (Skills for Action)

Das moderierte Training soll dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen, individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit durch Übungen zu erhöhen, Befürchtungen abzubauen und Neues kennen zu lernen. Grundlegende Inhalte des Trainings sind:
*Überlegungen zu Zivilem Ungehorsam und direkten Aktionen *Was sind Bezugsgruppen und wofür sind sie gut? *Entscheidungsfindung in Bezugsgruppen und zwischen Bezugsgruppen *Wie gelangen wir über Hindernisse an den Ort einer Blockade? *Blockadetechniken mit dem Körper *Mit welchen Formen von Repression müssen wir rechnen und wie gehen wir damit um? *Auf welche etablierten Strukturen können wir zurückgreifen?

Das Training bezieht sich in einigen Punkten auf die Blockade des AFD-Parteitages und den G20-Gipfel, ist aber auch als Vorbereitung auf andere Aktionen sinnvoll. Selbstverständlich sind auch diejenigen eingeladen, die noch nicht genau wissen, ob eine Blockade das richtige für sie ist.

Wir freuen uns über viele Menschen, die diesen Tag für sich nutzen werden. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Ganzbesondes froh sind wir über die Unterstützung der Genoss*Innen von Lila Lautstark, welche uns als Awarenesssteam unterstützen wird. Außerdem wird es verschiedene Infostände geben. Selbstverständlich sind wir auch mit einem Infotisch vor Ort.
Mit diesem Workshop rufen wir gleichzeitig alle Menschen auf dem Puls der Zeit zu folgen und sich an gegenwärtigen und zukünftigen Protesten zu beteiligen. Lasst uns gemeinsam noch mehr Unruhe stiften. Für eine gemeinsame, herrschaftsfreie Zukunft.